Kurt Weill – Von Dessau zum Broadway

Masterabschlusskonzert von Linda Hergarten

Flügel & Leitung: Jori Schulze-Reimpell
Violine: Enrique Carlsson
Violoncello: Felicia Bellinghausen
Kontrabass: Maike Stumpf
Klarinette: Parisa Saeednezhad
Trompete: Jenny Heilig
Schlagzeug: Kevin Anderwaldt
Alt: Eva Marti
Tenor: Raoul Düsterhus
Bass: Johannes Wedeking
Szenische Arbeit: Klaus Kante & Franz Klee

Kurt Julian Weill kommt am 2. März 1900 in Sandvorstadt, dem jüdischen Viertel in Dessau, zur Welt. Sein Vater Albert Weill ist zu dieser Zeit Religionslehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde in Dessau, seine Mutter Emma Weill (geb. Ackermann) stammt aus einer Rabbinerfamilie im nordbadischen Wiesloch. Kurt hat zwei ältere Brüder (Nathan und Hanns Jakob) und eine jüngere Schwester (Ruth).

Zunächst lernt Kurt 1905 das Klavierspielen beim Organisten der Gemeinde Franz Brückner und versucht sich bereits im Alter von 12 Jahren an ersten eigenen Kompositionen.

1915 beginnt er Privatunterricht in Klavier, Komposition, Musiktheorie und Dirigat bei Albert Bing, dem damaligen Kapellmeister des Herzoglichen Hoftheaters zu Dessau zu nehmen.

Seine Mutter Emma erinnert sich: „Wie glücklich der Junge war, als es uns dann möglich war, einen herrlichen Flügel zu kaufen. Es war so weit, daß wir als Eltern uns entschließen mußten, ob Kurt Musik studieren soll. Unser l.[ieber] Vater wollte, daß er nebenbei noch Medizin studieren soll, der Sicherheit halber. Da kamen aber Nathan und Hanns u. haben gebettelt: ‚Vater, laß ihn doch Musik studieren, wir werden schon helfen. Der Nathan wird ein tüchtiger Arzt und ich, der Hanns, werde ein sehr tüchtiger Kaufmann und Commerzienrath, u. wir werden den Kurt schon durchbringen.“[1]

1918 schließt Kurt Weill schließlich die Herzogliche Friedrichs-Oberrealschule in Dessau mit dem Abitur ab und beginnt ein Studium an der Berliner Hochschule für Musik. Nebenbei beginnt er auch Philosophievorlesungen an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu besuchen.

Am 27. Juni 1919 schreibt Weill an Hanns: „Wir Juden sind nun einmal nicht produktiv, u. wenn wir es sind, wirken wir zersetzend u. nicht aufbauend; u. wenn die Jugend in der Musik die Mahler-Schönberg-Richtung für aufbauend, für zukunftbringend erklärt (ich tue es ja auch!), so besteht sie eben aus Juden od. aus jüdelnden Christen. Niemals wird ein Jude ein Werk wie die Mondscheinsonate schreiben können. Und die Verfolgung dieses Gedankengangs windet einem die Feder aus der Hand. So weit will ich kommen – nur durch Schönberg könnte ich’s – daß ich schreibe, wenn ich muß, wenn es mir ehrlich aus tiefstem Herzen kommt; sonst wird es Verstandesmusik, u. die hasse ich.“[2]

Mit nur vier anderen Masterstudenten studiert Kurt Weill ab Dezember Komposition in der Meisterklasse von Ferruccio Busoni an der preußischen Akademie der Künste Berlin. Am 7. Oktober 1923 schreibt Busoni an Philipp Jarnach: „Die Produktivität dieses Jungen ist überraschend, bei seiner spröden Ader u. der umständlichen Arbeit. Die ‚Einfälle‘ sind – wie sie sagen – häufig, aber versteckt u. angedeutet, so daß nur ‚Unsereiner‘ sie entdeckt u. bewundert. Er – Weill – scheint sich nicht bewußt zu sein, wenn er an der rechten Stelle ist; sondern schreitet über sie hinweg, wie über Sand u. Gestein, wozwischen hübsche u. eigenartige Blüthen sprießen, die er nicht zertritt aber auch nicht pflückt, bei denen er nicht verweilt. Sein Reichtum ist groß, seine Wahl vorläufig unaktiv. Man beneidet, man möchte helfen. – Aber er kommt von selbst auf das Richtige! – Die ewige Frage: ist er noch im Werden, oder schon bei seinem Höhepunkt?“[3]

Am 28. Januar 1926 heiraten Kurt Weill und Lotte Lenya auf dem Standesamt Charlottenburg.

Berlin im Licht (1928)

Arr.: Jori Schulze-Reimpell

Am 15. Oktober fand das Festival Berlin im Licht in Form von Konzerten an zehn verschiedenen Plätzen in Berlin und der aufwendigen Beleuchtung von Wahrzeichen der Stadt und Schaufenstern großer Kaufhäuser, statt. Für die Musik war die Novembergruppe zuständig. Die Gruppe wollte E- und U-Musik bei diesem Festival bewusst verbinden. Weill komponierte den Titelsong. Er ist für Blasorchester geschrieben. Der Text der Songfassung für Klavier und Gesang, den Universal Edition herausbrachte, wird Weill zugeschrieben, doch  es wird vermutet, dass Brecht zumindest einen beratenden Anteil daran hatte.

Lucys Arie –Die Dreigroschenoper (1928)

Am 31. August 1928 feiert Die Dreigroschenoper am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin seine Premiere und wird sofort zu einem Hit. Theater in ganz Deutschland kündigen an, das Stück in ihren Spielplan aufzunehmen.

Von Mai bis September hatten Weill, Elisabeth Hauptmann und Brecht an der Oper gearbeitet. Instrumentiert war sie für eine siebenköpfige Jazzband, wie sie zu dieser Zeit in Berlin häufig waren (In der Premiere die Lewis Ruth Band unter der Leitung von Theo Mackeben). Drei Songs aus der Dreigroschenoper wurden vor der Premiere gestrichen: Die Ballade der sexuellen Hörigkeit lehnte Rosa Valetti aufgrund des gewagten Textes ab, der Salomonsong, sowie die Arie der Lucy, da die Darstellerin Kate Kühls stimmlich nicht dazu in der Lage war. Im November 1932 veröffentlichte Weill diese Pseudo-Arie in Die Musik 25, Nr.2, ohne sie jemals instrumentiert zu haben.

Die Legende vom toten Soldaten (1929)

Arr.: Jori Schulze-Reimpell & Linda Hergarten

Der Text zu der Legende vom toten Soldaten stammt von Brecht. Er ist 1917 oder 1918 entstanden (Brecht machte dazu unterschiedliche Angaben) und wurde zunächst unter dem Titel Die Ballade vom toten Soldaten im Anhang des Dramas Trommeln in der Nacht 1922 veröffentlicht. 1927 nahm Brecht die Legende dann in seine Hauspostille auf. Neben der Vertonung von Weill (ursprünglich für einen A-cappella Arbeiterchor), gibt es noch Vertonungen von Hanns Eisler und Ernst Busch. Der Text war von vornherein als Gesangsvortrag vorgesehen, ist Brecht selbst doch damit in Moritatensängermanier aufgetreten. Angeblich stand das Stück nach dem Hitlerputsch im November 1923 auf Platz 5 der schwarzen Liste der Putschisten und wurde bei der Ausbürgerung Brechts am 8. Juni 1935 mit als Grund angeführt.

Wie man sich bettet – Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1930)

Mitte März erhält Weill von den Kammermusiktagen Baden-Baden den Auftrag eine Kurzoper zu komponieren. Er entschließt sich zu der Vertonung von einigen Mahagonny-Gesängen aus Brechts Die Hauspostille. Das Songspiel wird unter dem Namen Mahagonny am 17. Juli innerhalb des Deutschen Kammermusikfestes in Baden-Baden Uraufgeführt.

Am 9. März 1930 schließlich wird die vollständige Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny im neuen Theater in Leipzig unter der Regie von Walther Brügmann aufgeführt, aber von rechten Demonstranten gestört. Spätere Aufführungen finden dann unter Polizeischutz statt. Die nationalsozialistisch geprägte Presse spricht sich für die Zensur des Werkes aus.

Daraufhin wurden geplante Aufführungen in Essen, Oldenburg und Dortmund abgesagt. Die nächste Aufführung fand erst am 12. Juli in Prag statt. Die zweite Aufführung in Frankfurt am 16. Oktober wurde ebenfalls von Nazis massiv gestört. Weill interpretiert diesen Vorfall allerdings in keinster Weise als Werkkritik.[4] Eher als Kritik an ihm als jüdischen Komponisten.

Am 21. Dezember ist er einer von zahlreichen prominenten Künstlern, die sich an einem Artikel des General-Anzeiger für Dortmund beteiligt, der auf die wachsende Nazi-Gefahr hinwies.

Am 30. Januar 1933 wird Hitler Reichskanzler.

Am 4. März wird mit Der Silbersee zum letzten Mal bis 1945 ein Werk von Weill in Deutschland aufgeführt. Lotte Lenya und Louise Hartung packen einige Sachen zusammen und bringen Weill nach München. Dort erwarten sie die Ergebnisse der Reichstagswahlen am 5. März. Lenya kehrt nach Wien zurück, Kurt fährt nach Berlin, wo er zunächst in einem Hotel in Charlottenburg, später dann bei Caspar Neher wohnt.

Am Tag von Potsdam, der 21. März 1933, flieht Weill aus Berlin. Caspar und Erika Neher fahren mit ihm nach Paris.

Die sieben Todsünden (1933)

Arr.: Jori Schulze-Reimpell
Choreographie: Marcus Grolle & Klaus Kante

Am 7. Juni 1933 feiert das „ballet chanté“ Die sieben Todsünden im Théâtre des Champs-Elysées in Paris und am 30. Juni im Savoy Theatre in London Premiere. Es ist das erste Werk von Weill, das in England aufgeführt wird.

Der Kunstmäzen Edward James hatte Weill im April den Auftrag erteilt, ein Stück für George Balanchines Ballettruppe Les Ballets zu komponieren. James und Weill entschieden sich gemeinsam für ein Ballett mit Gesang. Weill will den französischen Schriftsteller Jean Cocteau für das Libretto verpflichten, dieser lehnt aber ab. Als James Bertold Brecht als Librettisten vorschlägt, stimmt Weill zu.

Es handelt sich um die Geschichte von Anna I und Anna II, die in sieben Jahren durch sieben amerikanische Städte ziehen, um auf Geheiß der Familie Geld für ein Eigenheim zu verdienen.   Anna I bietet dabei ihre Schwester Anna II für Liebesdienste an. Es bleibt unklar, ob Anna I und Anna II ein und dieselbe Person sind. Anna I ist die singende Verkörperung, Anna II die Tänzerin.

Die Presse in Deutschland behauptet, auch Paris würde Weills Werke abstoßen. In einem Brief an Lenya im Juli schreibt Weill, dass er das Gefühl habe, in Paris würde sich langsam auch eine „Anti-Weill-Clique“ bilden, und ob er es wirklich nötig habe, sich in den nächsten Hexenkessel zu setzten.[5]

Es regnet (1933)

Arr.: Jori Schulze-Reimpell

Hier kommt es nun endlich zu einer Zusammenarbeit von Jean Cocteau und Weill. Der Text zu Es regnet wurde von Cocteau inspiriert.

Am 18. September werden Kurt Weill und Lotte Lenya in Potsdam rechtskräftig geschieden.

Am 4. September verlassen beide auf der S. S. Majestic Frankreich von Cherbourg aus und emigrieren nach New York. Noch auf dem Schiff treffen sie die Abmachung, von nun an nur noch Englisch zu sprechen und zu schreiben.

„It isn’t enough to be able to order dinner or to understand what they say in the moving pictures. My old friend and teacher Ferruccio Busoni used to say you don’t feel at home in a language unless you dream and count in this language. Well, there is not a word of German in my dreams any more, and since the success of Lady in the Dark I have had quite a bit of practice counting in English. Seriously, how could I write music for Americans unless I could understand their way of thinking and feeling, and all the shades of meaning of the words in which they express themselves.“[6]

Am 19. Januar 1937 heiraten Kurt Weill und Lotte Lenya in dem New Yorker Vorort Westchester County, erneut.

Nanna’s Lied (1939)

Im Dezember 1939 schenkt Kurt Weill Lotte Lenya Nanna’s Lied zu Weihnachten. Es handelt sich um eine Komposition zu einem Text von Bertold Brecht. Der Text stammt aus Die Rundköpfe und die Spitzköpfe. Auch Hanns Eisler vertonte ihn. Lotte Lenya wird diesen Song niemals singen, da er sie zu persönlich berührt. Das erste Mal wurde das Lied am 4. Januar 1980 im Whitney Museum of American Art in New York von Teresa Stratas und Richard Woitach aufgeführt.

Oh Captain! My Captain! – Four Walt Whitman Songs (1942)

Im Januar 1942 werden Kurt Weills Walt Whitman Songs in New York aufgehört. Dazu gehören Oh Captain! My Captain!, Beat! Beat! Drums! und Dirge for two veterans. Einen vierten Song Come up from the fields, father komponiert er 1947. Ursprünglich sollte Paul Robeson die Vertonungen aufführen, hat es aber offenbar nie getan.

Song of the Inventory (1942)

Von Februar bis April 1942 veröffentlicht Weill Songs in New York, um die War Efforts zu unterstützen. Hierzu gehören Lieder wie Schickelgruber, Buddy on the Nightshift und Inventory, die bei den Lunchtime Follies (Unterhaltungsprogramme für die Beschäftigten in der Rüstungsindustrie) benutzt wurden. Weill hatte den Vorsitz des Produktionskomitees.

Der Propagandasong Inventory preist die amerikanische Produktionskraft. Der Text stammt von Lewis Allan.

Im Februar 1943 ruft Ben Hecht eine Versammlung von vierzig jüdischen Autoren und einem jüdischen Komponisten (Kurt Weill) zusammen, um eine konzertante Reaktion auf das Judenmorden in Deutschland zu organisieren. Nur Moss Hart, Kurt Weill und wenig später auch Billy Rose sichern ihre Unterstützung zu.

Am 9. März findet unter Ben Hechts Leitung We Will Never Die – A memorial dedicated to the Two Million Jewish Dead of Europe im Madison Square Garden in New York statt. Die Produktion, zu der Weill die Musik beisteuert, machte auf den Holocaust aufmerksam, noch bevor die amerikanische Regierung oder jüdische Organisationen sich entschließen konnten, wie sie darauf reagieren sollten.

Am 27. August 1943 wird Kurt Weill US-amerikanischer Staatsbürger.

Je ne t’aime pas (1934) – Wie lange noch? (1944)

Französisch-Coach: Isabelle Kusari

Im Frühling 1944 nimmt Lenya für das United States Office of War Information (OWI) das Lied Wie lange noch? auf. Es ist das von Weill bereits 1934 komponierte Lied Je ne taime pas mit einem neuen deutschen Text von Walter Mehring. Das Lied war für eine Radio-Ausstrahlung in Deutschland „behind enemy lines“ bestimmt.

I’m a stranger here myself – One touch of Venus (1943)

Arr.: Jori Schulze-Reimpell

Im Juni 1942 beginnt Weill eine Zusammenarbeit mit Bella Spewack. Sie wollen eine Musical Adaption von F. Anstey’s Roman The Tinted Venus produzieren. Ogden Nash soll das Libretto schreiben. Die Hauptrolle der Venus bietet Weill im September Marlene Dietrich an. Als sie ablehnt, ist Tilly Losch im Gespräch. Letztendlich singt Mary Martin die Venus.

Im April 1943 wird der Humoristen S. J. Perelmann verpflichtet, ein komplett neues Libretto zu The Tinted Venus zu schreiben, da Kurt über dem Spewack-Script verzweifelt.

Am 7. Oktober feiert One Touch of Venus im Imperial Theater in New York Premiere. In zwei Spielzeiten wird das Musical 567 Mal aufgeführt und geht 1945 in vier Städten auf Tour.

Am 24. Oktober 1948 feiert die Verfilmung von One Touch of Venus mit Ava Gardner in der Hauptrolle seine Premiere in New York.

1949 bat die US-Regierung um die Aufführungserlaubnis von One Touch of Venus im besetzen Deutschland. Weill lehnt dies ab, da den deutschen Theatern zu dieser Zeit die nötige Qualität fehle und eine schlechte Inszenierung seinem Ruf in Europa sehr schade.[7]

Am 8. Mai 1945 schreibt Weill voller Freude an Lotte: „Meinem Linnerl-Darling einen ‚Happy V-E Day‘ [Victory-Europe-Tag]! Ich denke den ganze Tag an dich, weil es ja der Tag ist, auf den wir zwölf Jahre lang gewartet haben – seit jener Nacht im März 1933, in der wir per Auto nach München fuhren.“[8]

Am 15. August wird zum ersten Mal nach dem Krieg wieder die Dreigroschenoper im Hebbel Theater in Berlin aufgeführt.

Am 31. Juli 1946 wird Kurt Weill als erster Komponist Mitglied der Playwrights’ Company. Sie arbeitet als Co-Producer an Street Scene mit. Zuvor hatte sie schon Knickerbocker Holiday (1938) produziert und wurde bei Lost in the Stars (1949) ebenfalls als Producer aktiv.

1947 schreibt Weill an das Life-Magazin, dass er kein „deutscher Komponist“ sei. Das Magazin hatte ihn in einer Besprechung von Street Scene so genannt. „Although I was born in Germany, I do not consider myself a ‚German composer.‘ The Nazis obviously did not consider me as such either and I left their country […]“[9]

A Bird of Passage – Lost in the Stars (1949)

Arr.: Jori Schulze-Reimpell

Im Januar 1949 beginnt Kurt mit Maxwell Anderson an Lost in the Stars zu arbeiten. Es wird sein letztes vollendetes Musical sein. Maxwell Anderson fertigte die Gesangstexte basierend auf dem Roman Cry, beloved Country (dt. Denn sie sollen getröstet werden) von Alan Paton an.

Die Handlung spielt in Südafrika. Der Sohn eines afroamerikanischen Priesters tötet im Affekt den Sohn eines weißen Mannes.

In der fünften Szene des zweiten Akts tritt Stephen Kumalo von seinem Priesteramt zurück, da sein Sohn am folgenden Tag wegen Mordes hingerichtet werden wird. Am Ende der Szene steht die Chorhymne A Bird of Passage.

Am 30. Oktober 1949 feiert Lost in the Stars im Music Box Theater in New York Premiere. Das Stück wird 281 Mal aufgeführt und geht in zehn Städten auf Tour. Leider gab es oft Probleme mit den schwarzen Darstellern des Ensembles, da sie nicht in „weißen Hotels“ wohnen durften und auch manche Theater nach Rassen getrennt waren.

Im Juli 1949 bricht Kurt Weill beim Tennisspielen mit Alan Jay Lerner zusammen. Er erholt sich aber schnell und lässt Lerner schwören, niemandem von dem Vorfall zu erzählen.

Am 17. März erleidet Kurt Weill einen Herzinfarkt im Brook House. Er wird zwei Tage später in das Flower Hospital in New York City gebracht.

Nach einer kurzen Phase der Besserung stirbt Kurt Weill am 3. April 1950 an den Folgen des Infarkts.

Am 5. April wird er ohne religiöse Zeremonie auf dem Mount Repose Cemetery in Haverstraw in New York beigesetzt.

Als Grabinschrift wählt Maxwell Anderson ein Zitat aus A Bird of Passage. Er und Weill hatten den Song ursprünglich für ein Requiem konzipiert, für jene, „die sterben ohne einen Glauben – außer den an die Menschheit“[10].

Es lautet:

This is the life of men on earth:
Out of darkness we come at birth
Into a lamplit room, and then –
Go forward into dark again.

„Mein Lehrer Busoni hat mir am Ende seines Lebens eine Binsenweisheit eingebleut, die er nach 50 Jahren reinen Ästhetizismus erreicht hat: die Furcht vor dem Trivialen ist eines der größten Hindernisse für den modernen Künstler; es ist der Hauptgrund, warum die »moderne Musik« sich mehr und mehr vom wirklichen Leben, von den echten Gefühlen der Menschen in unserer Zeit entfernte. Ich habe diese Furcht in den langen Jahren meiner Theaterarbeit abgelegt und dadurch meine ganze Einstellung zum Komponieren verändert. Anstatt mich um das musikalische Material zu sorgen, um die Theorie dahinter und die Meinungen anderer Musiker, ist es mein Hauptanliegen, den reinsten musikalischen Ausdruck für das zu finden, was ich sagen will, mit genügend Vertrauen in meinen Instinkt, meinen Geschmack und meine Begabung, stets »gute« Musik zu komponieren, gleichgültig in welchem Stil ich gerade schreibe.“[11]


[1] Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 22

[2] Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 38

[3]Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 48

[4] Vgl. Kurt Weill – Briefwechsel mit der Universal Edition; Ausgewählt und herausgegeben von Nils Grosch; Verlag J. B. Metzler, Stuttgart – Weimar; S. 273

[5] Vgl. Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 156

[6] Interview with Kurt Weill; Radio program broadcast March 9, 1941 on NBC Blue Network.

[7] Vgl. Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 283; Abb. 667

[8] Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 254

[9] Life Magazine »Letters to the Editor«, New York, 10. März 1947

[10] Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 285; Abb. 672

[11] Weill an Irving Sablosky, 24. Juli 1948; Kurt Weill – Ein Leben in Bildern und Dokumenten von David Farneth, Elmar Juchem und Dave Stein; S. 271

Is This Love

Meine erste veröffentlichte Single!

Vielen lieben Dank an alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben! Ihr seid fantastisch!

Klavier von Jori Schulze-Reimpell
Cello von Kamilla Eggeling

Lyrics:
See you torturting men in the open street
Celebrating those who punch, rip and slaughter like they were kings
Singing all this is in the name of God
Makes me wonder Is there love beyond this blindness?

Is this love
Is this love
Is this love
Is this love
That you’re feeling?
Is it love
Is it love
Is it love
Is it love
You’re believing in?

Don’t think I don’t understand ‚cause I do
Enough is enough and no one cares what they had done to you
So much to protect, so much to revenge
All this anger, pain and fears. Who’ll make this up to you?

Is this love
Is this love
Is this love
Is this love
That they’re feeling?
Do they love
Do they love
Do they love
Do they love
Beyond the hating?

If your father created such cruel enemy
What is the sense in fighting for thee?
Oh Lord, I won’t fight anymore
Oh Lord, Where is the love in this war?

Is this love
Is this love
Is this love
Is this love
That we’re feeling?
Can we love
Can we love
Can we love
Can we love
What we’re fearing?

Because I wonder where we go…